Hausratversicherung kündigen und wechseln

Etwa 75 Prozent aller Bürger in Deutschland verfügen über eine Hausratversicherung, die im Schadensfall eintritt und den durch Feuer oder Leitungswasser zerstörten Hausrat ersetzt. Leider entspricht die Versicherungssumme der Hausratversicherung in vielen Fällen nicht dem wirklichen Wert der Einrichtung. Versicherungsnehmer sind so unterversichert, weshalb oft nicht alle Kosten ersetzt werden können. Daher ist es sinnvoll, regelmäßig die Angebote der Versicherer zu vergleichen und gleichzeitig zu prüfen, ob der vorhandene Vertrag noch den eigenen Anforderungen entspricht. Sollte dies nicht der Fall sein, kann die Versicherung gekündigt werden, um zu einem anderen Versicherer zu wechseln. Gleiches gilt natürlich, wenn der Versicherungsvertrag laut Vergleich zu teuer ist und durch einen Wechsel viel Geld gespart werden kann.

Die ordentliche Kündigung

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Die Kündigung einer Hausratversicherung erfolgt in aller Regel ordentlich, also unter Einhaltung der im Vertrag genannten Kündigungsfristen. Diese beläuft sich in der Regel auf drei Monate zum Vertragsende. Zu beachten ist dabei, dass das Vertragsende nicht in jedem Fall mit dem Jahresende gleichzusetzen ist. Wurde eine Versicherung im März abgeschlossen, läuft der Vertrag auch zum 30.03. eines Jahres aus. Die Kündigung muss demnach bis zum 30.12. des Vorjahres an die Versicherung geschickt werden.

Ebenfalls ist zu beachten, dass viele Hausratversicherungen mit einer Mindestvertragslaufzeit von einem, drei, fünf oder sogar zehn Jahren abgeschlossen werden. Längere Laufzeiten sorgen zwar dafür, dass die Versicherungsprämie reduziert werden kann, sie bindet den Versicherten aber auch für lange Zeit an ein Versicherungsunternehmen und macht den Vertrag somit unflexibel. Hierauf sollten Versicherungsnehmer bereits bei Vertragsabschluss achten.

Die außerordentliche Kündigung

Zusätzlich zur ordentlichen Kündigung haben Verbraucher mitunter auch die Möglichkeit, einen Versicherungsvertrag außerordentlich zu kündigen. Dies ist beispielsweise dann der Fall, wenn der Haushalt aufgelöst wird, etwa weil ein junges Paar zusammenzieht oder weil eine Person verstorben ist. Auch dann, wenn die Versicherung die Beiträge erhöht, können Versicherungsnehmer außerordentlich kündigen und schließlich im Vergleich der Hausratversicherungen einen Vertrag mit günstigeren Konditionen wählen. Letztlich ist eine solche Kündigung auch möglich, wenn ein Schadensfall eingetreten ist. In diesem Fall müssen allerdings beide Parteien der Kündigung zustimmen, damit diese rechtswirksam werden kann.

Das sollten Sie bei einer Kündigung und einem Versicherungswechsel beachten:

  • Frist zur außerordentlichen Kündigung beträgt drei Monate zum Ende des Vertragesjahres
  • Mindestlaufzeiten bieten weniger Flexibilität und können oft erst nach Ablauf der Fristen gekündigt werden
  • Außerordentliche Kündigung bei Haushaltsauflösung oder Beitragserhöhung möglich
  • Kündigung auch im Schadensfall bei Zustimmung beider Parteien möglich
  • Kündigung muss schriftlich erfolgen

Die Erstellung der Vertragskündigung

Um belegen zu können, dass die Hausratversicherung fristgerecht gekündigt wurde, sollten Versicherungsnehmer diese schriftlich verfassen. Wichtig ist dabei, im Schreiben nicht nur die Vertragsnummer anzugeben, sondern auch den Grund der Kündigung zu benennen. Dies ist vor allem bei einer außerordentlichen Kündigung wichtig, denn diese wird andernfalls nicht anerkannt. Bei einer ordentlichen Kündigung hingegen ist der Kündigungsgrund unerheblich.
Zusätzlich zur Versicherungsnummer sollten Sie im Kündigungsschreiben auch den gewünschten Kündigungstermin angeben. Alternativ besteht auch die Möglichkeit, die Kündigung „zum nächstmöglichen Termin“ zu beauftragen. Auch die Anforderung eines schriftlichen Bestätigungsschreibens ist hilfreich, denn so können Versicherungsnehmer die Kündigung nachweisen. Letztlich sollte im Kündigungsschreiben auch der Widerruf der Einzugsermächtigung genannt werden, sofern die Versicherungsbeiträge im Lastschriftverfahren vom Girokonto eingezogen werden. So haben die Versicherungen kein Recht mehr, die Beiträge einzuziehen, sodass zu hohe Zahlungen vermieden werden können.