Hausratsversicherung kündigen – das gilt es zu beachten

Wenn Sie Ihre Hausratsversicherung kündigen möchten, können Sie zum regulären Vertragslaufzeitende eine ordentliche Kündigung verfassen und Ihrer Versicherungsgesellschaft (schriftlich und per Einschreiben) übermitteln. Im Regelfall müssen Sie dabei lediglich die dreimonatige Kündigungsfrist einhalten. Wann jedoch der genaue Kündigungstermin vorliegt, hängt natürlich auch von dem Umstand ab, wann die alte Versicherung erstmals abgeschlossen und welche Laufzeit vereinbart wurde. Einen klassischen Stichtag, wie das bei der KFZ-Versicherung der Fall ist, gibt es nämlich nicht.

Die ordentliche Kündigung der Hausratversicherung

Im Regelfall umfasst die Laufzeit einer Police zwischen ein und drei Jahre. Entsprechend können viele Verträge erst drei Jahre, nachdem sie das erste Mal abgeschlossen wurden, gekündigt werden. Haben Sie jedoch eine einjährige Hausratsversicherung abgeschlossen, die zum 1. Mai unterfertigt wurde, können Sie die Versicherung mit 30. April des nächsten Jahres kündigen. Berücksichtigen Sie aber die dreimonatige Kündigungsfrist: Das bedeutet, dass das Kündigungsschreiben bis spätestens 31. Januar des nächsten Jahres bei der Versicherungsgesellschaft eingelangt sein muss. Haben Sie einen dreijährigen Vertrag abgeschlossen, können Sie die Police erst zwei Jahre später kündigen. Auch hier sollten Sie den Umstand berücksichtigen, dass es immer wieder einzelne Verträge von Anbietern gibt, die andere Kündigungstermine, Kündigungsfristen oder mitunter auch andere Vertragsbedingungen haben. Sie sollten also im Vorfeld die Vertragsunterlagen überprüfen, wann eine ordentliche Kündigung möglich ist. Sind Sie unsicher, können Sie auch direkten Kontakt mit Ihrem Versicherer oder den Versicherungsmakler aufnehmen und den Termin erfragen.

Das Sonderkündigungsrecht

Es besteht jedoch nicht nur das Recht einer ordentlichen Kündigung; mitunter treten Umstände ein, die ein Sonderkündigungsrecht ermöglichen. Nutzen Sie das Sonderkündigungsrecht, müssen Sie auf die veränderten Kündigungsfristen Rücksicht nehmen. Die Umstände sind:

Die Beitragserhöhung

Sie können Ihre Hausratsversicherung jederzeit kündigen, sofern die Versicherungsgesellschaft die Beiträge erhöht hat. Wenn Sie die Versicherungsgesellschaft in Kenntnis setzt, dass es zu einer Beitragserhöhung kommt, tritt – mit Zustellung des Schriftstückes – eine einmonatige Kündigungsfrist in Kraft. Mitunter findet sich im Schreiben der Versicherungsgesellschaft auch ein separater Kündigungsstichtag.

Der Schadensfall

Jeder Versicherte hat die Möglichkeit, dass er nach einem Versicherungsfall seine Versicherungsgesellschaft wechselt. Wurde der Schaden von Ihrer Versicherung abgewickelt, können Sie vom außerordentlichen Kündigungsrecht Gebrauch machen. Auch hier müssen Sie eine einmonatige Kündigungsfrist berücksichtigen. Wird der Schaden nicht von der Versicherung übernommen, können Sie den Vertrag ebenfalls – unter Einhaltung der einmonatigen Kündigungsfrist – kündigen. Kündigen Sie mit „sofortiger Wirkung“, kann die Versicherungsgesellschaft den Jahresbeitrag zur Gänze einbehalten. Im Gegenzug erhalten Sie jedoch nur einen Versicherungsschutz bis zu Ihrer Vertragskündigung. Es ist daher ratsam, dass die Kündigung erst mit Ende des Versicherungsjahres eingereicht wird.

Die Kündigung aus besonderem Anlass

Sonderkündigungsrechte können auch durch besondere Anlässe eintreten. Folgende Szenarien sind mitunter für ein Inkrafttreten des Sonderkündigungsrechts verantwortlich:

Achten Sie auf einen nahtlosen Übergang

  • Zusammenzug von Ehe- oder Lebenspartner
  • Umzug ins Ausland
  • Haushaltsauflösung
  • Tod des Versicherungsnehmers
  • Kündigung durch die Versicherungsgesellschaft

In der Regel sollten Sie die Hausratsversicherung nicht kündigen, wenn Sie noch keine neue Versicherungsgesellschaft gefunden haben. Sie sollten daher immer erst das Schreiben des neuen Versicherungsanbieters abwarten und seine Zustimmung schriftlich vorliegen haben, bevor Sie den alten Vertrag kündigen. Nur so ist es möglich, dass es zu einem nahtlosen Übergang der beiden Versicherungsverträge kommen kann.